Bewegung - Jahreskonzept für 2017

Was heißt das eigentlich: In Bewegung sein…? Unser Alltag ist heute mehr denn je von Bewegung, Schnelligkeit und Fortschritt geprägt. Alles ist jeder Zeit verfügbar – ob Waren oder Informationen, die Digitalisierung unserer Lebenswelt sowie die zunehmende Vernetzung von Orten durch den Ausbau von Infrastrukturen machen es möglich. Selbst wenn wir still stehen, können wir in Bewegung bleiben, können wir Dinge bewegen und an mehreren Orten gleichzeitig agieren. Dieser vermeintliche Fortschritt bringt jedoch auch ungewollte Bewegung mit sich. Wirtschaftliche Ausbeutung, Krieg und Perspektivlosigkeit zwingen viele Menschen dazu ihren Lebensraum zu verlassen und sich global neu zu verorten. Ob man nun auf der einen oder der anderen Seite steht, eines wird schnell klar: wer Bestand haben möchte, muss schnell handeln und reagieren.

Uns als Kunst-Ort stellen sich daher nun die Fragen: Was machen diese Formen von Bewegung eigentlich mit den unterschiedlichen Kulturen und ihren visuellen Produkten? Wie zeigen sich diese neuen Möglichkeiten der digitalen Vernetzung in der bildenden Kunst? Und wie passen Beständigkeit und Schnelllebigkeit oder auch Bewegung und Kontinuität zusammen? Schließt das eine das andere aus? Muss Bewegung immer nach vorne ins Neue und Ungewisse gehen oder kann sie auch auf Vorangegangenes verweisen und trotzdem neu sein?